

Fahrgäste und Anwohnende profitieren in wenigen Tagen von klaren Verbesserungen im ÖPNV auf der Schiene: Ab dem 3. März können die Kundinnen und Kunden auf der reaktivierten Weststrecke Trier die komplett neu errichteten Verkehrsstationen Trier-Hafenstraße, Trier-Pallien, Trier-West, Trier-Euren und Trier-Zewen für den Zugang zur Bahn nutzen. Zwei Regionalzuglinien fahren dann auf der 19 Kilometer langen Strecke in einem attraktiven 30-Minuten-Takt und sorgen für bessere grenzüberschreitende Verbindungen. Neben den Stationen hat die Deutsche Bahn (DB) die Schieneninfrastruktur auf der Verbindung von der Moselstrecke zur Trierer Weststecke neu errichtet. Das Reaktivierungsprojekt konnte im engen Schulterschluss mit dem Bund, dem Land Rheinland-Pfalz, der Stadt Trier und dem SPNV-Nord in einer Bauzeit von nur gut zwei Jahren realisiert werden. Erstmals seit 1983 fahren damit wieder Personenzüge auf der linken Moselseite von Trier - ein klares Plus für die gesamte Region und darüber hinaus.
Ralf Thieme, Vorstand Personenbahnhöfe DB InfraGO AG: "Wir wollen mehr Menschen zum Umstieg auf die klimafreundliche Schiene bewegen. Dafür brauchen wir ein attraktives Angebot - gerade auch abseits der großen Ballungsräume. Hier auf der Weststrecke ist das in Rekordzeit vorbildlich gelungen. Wir haben die Strecke erfolgreich reaktiviert und neue Bahnhöfe mit guter Anschlussmobilität geschaffen. Mit den grenzüberschreitenden Verbindungen nach Luxemburg rückt auch Europa noch ein Stück weit näher zusammen."
Susanne Henckel, Staatsekretärin im Bundesministerium für Digitales und Verkehr:
"Ich freue mich sehr, dass die Verbindung reaktiviert werden konnte und den Fahrgästen in der Region ab sofort wieder zur Verfügung steht. Der Bund hat hier gerne den Finanzierungsanteil in Höhe von rund 141 Millionen Euro aus der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung erbracht. Denn das Projekt zeigt, was erreicht werden kann, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen: Ein attraktives und klimafreundliches Verkehrsangebot auf der Schiene mit grenzüberschreitender Strahlkraft, das nicht nur der Daseinsvorsorge im Bereich der Mobilität dient, sondern auch den Wirtschaftsstandort Deutschland stärkt."
Katrin Eder, Ministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität des Landes Rheinland-Pfalz: "Jahrzehntelang sind auf der Trierer Weststrecke nur Güterzüge gefahren, sodass Ziele entlang der Strecke doch nicht für Fahrgäste mit der Bahn erreichbar waren. Durch die Reaktivierung für den Personenverkehr kann die Weststrecke Trier nun endlich auch wieder von Bahnreisenden genutzt werden und ist die erste umgesetzte Reaktivierung seit 2015. Mit einem guten Zugangebot nach Luxemburg, Wittlich und Saarburg, mit modernen Verkehrsstationen und mit einer guten städtischen Verknüpfung zum Bus-, Rad- und Fußverkehr wird eine Lücke im öffentlichen Nahverkehr geschlossen. Die Attraktivitätssteigerung des öffentlichen Verkehrs ist ein wichtiger Beitrag zur Verkehrswende und somit gleichzeitig auch zum Klimaschutz. Derzeit betrachten wir weitere 12 Strecken auf eine potenzielle SPNV-Reaktivierung."
Wolfram Leibe, Oberbürgermeister der Stadt Trier: "Ich freue mich sehr, dass ab der nächsten Woche zum ersten Mal seit 40 Jahren wieder Personenzüge auf der Weststrecke fahren. Für Trier bietet dieses historische Projekt viele Chancen: Vier Stadtteile der westlichen Moselseite haben wieder direkten Anschluss an den Schienenverkehr. Die Erschließung unserer Innenstadt verbessert sich für zahlreiche Fahrgäste und viele Menschen, die täglich nach Trier zur Arbeit pendeln. Und nicht zuletzt können wir unsere Verbindung und Verbundenheit mit unserem europäischen Nachbarn Luxemburg stärken. Als Stadt stehen wir jetzt mit Unterstützung des Bundesverkehrsministeriums noch vor der wichtigen Aufgabe, die neuen Haltepunkte an das bestehende Verkehrsnetz anzuschließen, wobei wir mit Fahrradboxen und barrierefreien Bushaltestellen ein besonderes Augenmerk auf den Umweltverbund legen wollen."
Andreas Kruppert, Landrat Eifelkreis Bitburg-Prüm, Stellvertretender Verbandsvorsteher des Zweckverbands Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord (SPNV-Nord): "Eine wesentliche Aufgabe unseres Zweckverbandes ist es, die verkehrliche Zukunft auf der Schiene im Norden von Rheinland-Pfalz zu gestalten. Das machen wir mit großer Hingabe und Begeisterung - jeden Tag gerne. Manchmal sind es reine Fahrplan-Projekte ohne Änderungen in der Infrastruktur, manchmal sind es jedoch auch Projekte, bei denen tief in die Schieneninfrastruktur eingegriffen werden muss, wie hier bei der Weststrecke. Dann müssen viele Partner an einen Tisch und zusammen handeln. Wir sind sehr froh, dass die Reaktivierung der Trierer Weststrecke heute gelingt - ein Projekt, das viele Jahre in Planung war und nun endlich Realität wird. Mein großer Dank gilt daher allen Beteiligten."
Raphaël Zumsteeg, Leiter der Abteilung Eisenbahn im Verkehrsministerium Luxemburg: "Mit der Reaktivierung der Weststrecke erhält die Eisenbahn einen Impuls für die Mobilität von morgen, und auch Luxemburg wird seine Kooperationsbemühungen fortsetzen, damit unsere Großregion verbunden bleibt bzw. die Bahnverbindungen noch weiter verbessert werden können."
Ab dem 3. März verkehren zwei Regionalbahn-Linien auf der Weststrecke - zum einen die bestehende RB 83 (Wittlich Trier - Luxemburg), zum anderen die neue RB 84 (Trier-Hafenstraße - Konz/Saarburg). Beide Linien bilden auf der Weststrecke selbst ein Angebot im Halbstundentakt.
Mit der neuen Linienführung der RB 83 erhalten die dortigen Stadtteile entlang der Weststrecke eine optimierte Anbindung nach Luxemburg. Die in Wittlich Hauptbahnhof beginnende Linie bedient alle Halte und endet in Luxembourg Gare. Dort bestehen schon heute gute Anschlüsse an das luxemburgische Bahn- und Busnetz. Die besonders auf die Bedürfnisse der grenzüberschreitenden Pendler:innen ausgerichtete RB 83 verkehrt montags bis samstags stündlich und mit Doppelstock-Elektrotriebzügen. Diese werden von der luxemburgischen Eisenbahngesellschaft CFL in einer Kooperation zur Verfügung gestellt.
Die Neueinführung der RB 84 schafft direkte Verknüpfungen zwischen den durch die Weststrecke neu erschlossenen Stadtteilen in Trier und der rheinland-pfälzischen Saar. Die Regionalbahnlinie startet an der Hafenstraße und verkehrt mit Halt an allen Stationen (Kreuz Konz ab Mitte/Ende März) täglich im Stundentakt über die Weststrecke. Der Endpunkt ist in Saarburg.
Ergänzt wird das Angebot um die Linie RB 87, welche speziell für Luxemburg-Pendler:innen zusätzlich morgens und abends zwischen Trier Hauptbahnhof und Luxemburg verkehrt. Zudem wird die RB 71 (Saar-RB) bereits seit Dezember bis Schweich verlängert, wodurch zusätzliche Verbindungen innerhalb des Trierer Stadtgebiets, über den Hauptbahnhof Trier hinaus sowie zwischen der Saar- und Moselstrecke entstanden sind.
Die DB hat in den vergangenen zwei Jahren insgesamt fünf Verkehrsstationen komplett neu errichtet, um den Zugang zu den Regionalzügen auf der Weststrecke Trier sicherzustellen. Das größte Bauvorhaben dabei war die Verlegung der Station in Ehrang in eine völlig neue Verkehrsstation an der Hafenstraße. Insgesamt hat die DB zehn neue Bahnsteige errichtet, komplexe Zugänge und Aufzugsschächte gebaut, Treppenanlagen und Gehwege angelegt und Wetterschutz sowie taktile Leisysteme für die Reisenden installiert. Ergänzend hat die DB die Station Kreuz Konz um einen zusätzlichen Bahnsteig erweitert.
Alle fünf neuen Stationen werden bei Aufnahme des Regionalzugbetriebes am 3. März für die Kundinnen und Kunden nutzbar sein. Der neu gebaute Außenbahnsteig an der Station Kreuz Konz kann dann jedoch noch nicht für den Verkehr freigegeben werden. Hier stehen noch die Installation letzter signaltechnischer Komponenten sowie Abnahmeprüfungen aus (vsl. bis Mitte/Ende März). Restarbeiten und Maßnahmen zur Herstellung der Barrierefreiheit laufen ebenfalls weiter.
Für attraktive und zukunftsfähige Stationen aus einem Guss laufen auch Projekte im Bahnhofsumfeld. Rund um die neuen Verkehrsstationen an der Weststrecke plant und baut die Stadt Trier barrierefreie Bushaltestellen, hochwertige Radabstellanlagen sowie Radservice-Punkte. Wo nötig, werden Zuwegungen für Radfahrende und Fußgänger:innen verbessert und zusätzliche digitale Informationen zu ÖPNV-Angeboten integriert.
Im Zuge der Reaktivierung der Weststrecke hat die DB jeweils auf drei Kilometern die Gleise, Oberleitungsanlagen und Signaltechnik in der Verbindungskurve von der Moselstrecke zur Trierer Weststecke neu errichtet bzw. angepasst. Außerdem installierten die Fachkräfte fünf neue Weichen für einen flexibleren Bahnverkehr. Für besseren Schutz vor Schienenlärm hat die DB Lärmschutzwände auf einer Länge von rund 1.700 Metern installiert. In dem vergleichsweise kurzen Bauzeitraum besonders anspruchsvoll war zudem die Errichtung von drei neuen Eisenbahnbrücken - eine am Mäusheckerweg und zwei an der neuen Station Trier-Hafenstraße.
Quelle: Deutsche Bahn AG