

Schon seit der Römerzeit gibt es Spuren jüdischen Lebens in Trier. Nach einer bewegten Geschichte mit Phasen von Blüte, Verfolgung und Neuanfängen ist es der heutigen jüdischen Gemeinde ein wichtiges Anliegen, ihr Leben in Trier sichtbar zu machen. Dazu ruft die Jüdische Kultusgemeinde gemeinsam mit der Stadt Trier im April 2025 erstmals die Jüdischen Kulturwochen ins Leben. Vom 3. bis 27. April erwartet die Besucher ein vielseitiges Programm mit insgesamt 15 Veranstaltungen.
„Die jüdische Kultur prägte Trier von Anfang an. Es ist eine Geschichte voller Freundschaft, Kooperation, aber auch von Verfolgung und Tod“, betonte Kulturdezernent Markus Nöhl bei der Vorstellung des Programms in der Synagoge. Ziel der Kulturwochen sei es, das aktuelle jüdische Leben in Trier erlebbar zu machen: „Wir haben heute eine kleine, aber sehr lebendige jüdische Gemeinde in Trier. Wir wollen zeigen, wie modern jüdisches Leben hier ist.“
Zentraler Bestandteil der Kulturwochen sind die beliebten koscheren Pop-up-Restaurants in der Brasserie SIM, die an vier Abenden ein exklusives Vier-Gänge-Menü mit musikalischer Begleitung bieten. Zum koscheren Menü – inklusive vegetarischer Variante – treten Künstler wie Geigerin Anna Agre, die Klezmer-Band „Freilichs“ sowie das musikalische Multitalent Maksym Lyubachevsky auf. Ein Fest für alle Sinne, das bereits jetzt über Ticket Regional buchbar ist.
Einen kritischen Blick auf die Gegenwart wirft am 17. April ein Vortrag von Lennard Schmidt über Antisemitismus in der Kunstwelt, organisiert von der Initiative Interdisziplinäre Antisemitismusforschung. Auch Themen wie die Beziehungen zwischen Juden und Christen im Mittelalter oder die Rolle des Reformrabbiners Samuel Hirsch werden in Vorträgen behandelt.
Neben kulinarischen und musikalischen Highlights stehen auch zahlreiche Führungen auf dem Programm, die das jüdische Erbe Triers greifbar machen:
Auch das kulturelle Programm kommt nicht zu kurz: Am 14. April zeigt das Broadway-Kino den humorvollen und „sehr jüdischen“ Film „Das Konzert“ – empfohlen von Peter Szemere.
Am 24. April gibt das Trio „Tchiribim“ ein Konzert jüdischer Musik im Palais Walderdorff.
Der Abschluss und ein besonderer Höhepunkt der Jüdischen Kulturwochen ist der Tag der Begegnung am 27. April in der Synagoge. Unter dem Motto „Jung – kreativ – jüdisch“ erwartet die Besucher ein offenes Haus mit Musik und Lyrik. Jeanne Bakal, Vorsitzende der Jüdischen Kultusgemeinde, unterstreicht: „Das Judentum hat auch andere Facetten als Nahost-Konflikt und Holocaust. Uns geht es darum, das moderne jüdische Leben sichtbar zu machen.“
Um die Zusammenarbeit zu verstetigen, plant die Stadt Trier gemeinsam mit der Jüdischen Kultusgemeinde einen Runden Tisch Jüdische Kultur, an dem auch neue Akteure willkommen sind. Ziel ist es, das jüdische Leben dauerhaft stärker ins Bewusstsein der Stadtgesellschaft zu rücken und weitere Veranstaltungen zu entwickeln.
Weitere Informationen: www.trier.de