

Der von US-Präsident Donald Trump geäußerte Truppenabzug aus Deutschland ist in aller Munde. Inzwischen wurde auch die Bundesregierung über derartige Überlegungen informiert. Der Abzug von rd. 9.500 Soldaten der insgesamt 35.000 in Deutschland stationierten werde große wirtschaftliche Folgen haben, warnen Militärexperten. Die Nato ist in Sorge.
Der Eifelkreis Bitburg-Prüm und der Landkreis Bernkastel-Wittlich – beide in unmittelbarer Nähe zur Air Base Spangdahlem – könnten bald direkt von Trumps Strafaktion betroffen sein. Für den US-Präsidenten ist sein Handeln eine logische Konsequenz für die aus seiner Sicht unzureichenden Militärausgaben Deutschlands, welche das Nato-Ziel von 2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigungsausgaben verfehlt hatte (1,38 Prozent). Geld, das an anderer Stelle ausgegeben werde, wetterte Trump: »Wir sollen Deutschland vor Russland beschützen. Aber Deutschland zahlt Russland Milliarden Dollar für Energie, die aus einer Pipeline kommt, einer brandneuen Pipeline.«
Ob klare außenpolitische Ziele oder »einfach nur Wahlkampf« – es scheint, als würde Donald Trump ernst machen.
Genaue Informationen zum weiteren Vorgehen gibt es bis Redaktionsschluss (Mi., 24. Juni, 15 Uhr) aber nicht, die Folgen für Rheinland-Pfalz sind weiterhin unklar. Sollte es zum Abzug kommen, könnten die Arbeitsplätze hunderter Angestellter wegfallen. Weitere prognostizierte negative Auswirkungen sind u.a. eine sinkende Kaufkraft und schrumpfender Tourismus. Und das in der gesamten Großregion. In Rheinland-Pfalz gibt es neben der Air Base Spangdahlem weitere US-Niederlassungen wie die rd. 120 Kilometer entfernte Air Base Ramstein als größter US-Stützpunkt außerhalb der USA sowie Militäreinrichtungen in Baumholder und Kaiserslautern.
Die Gerüchteküche brodelt. Amerikanischen Medienberichten zufolge soll eine F 16-Staffel von den Abzugsplänen betroffen sein – eine solche gibt es auch in Spangdahlem.
Die Air Base machte bereits Anfang März von sich reden: Die US-amerikanische Luftwaffe hatte die Verlegung von Luftwaffen-Einheiten aus dem britischen Mildenhall nach Rheinland-Pfalz bis auf Weiteres gestoppt. In Spangdahlem waren Investitionen von 315 Millionen Euro vorgesehen, die auf Eis gelegt wurden.