Robert Syska

Über 300 000 Euro Schaden: Einbrecher plündern Goldankauf

Bad Kreuznach. Da waren Profis am Werk: Einbrecher haben am Wochenende den Goldankauf in der Mannheimer Straße geplündert. Die Beute: Uhren und Schmuck im Wert von mindestens 300 000 Euro.

Fassungslos steht Christine Gärtner vor den leeren Vitrinen ihres Goldankaufs in der Mannheimer Straße. Es ist bereits der dritte Einbruch innerhalb von wenigen Jahren - aber bei weitem der professionellste.

Fassungslos steht Christine Gärtner vor den leeren Vitrinen ihres Goldankaufs in der Mannheimer Straße. Es ist bereits der dritte Einbruch innerhalb von wenigen Jahren - aber bei weitem der professionellste.

Bild: Robert Syska

Christine Gärtner kann es nicht fassen: Zum dritten Mal innerhalb von kaum fünf Jahren ist ihr Goldankauf in der Mannheimer Straße das Ziel von Einbrechern geworden - und diesmal waren eindeutig Profis am Werk. Sämtliche Vitrinen sind leergeräumt, Uhren, Gold- und Diamantschmuck - alles weg. Gärtner schätzt den Schaden auf mehr als 300 000 Euro. Fette Beute für die bislang unerkannten Täter.

Die Diebe haben am Wochenende zugeschlagen, vermutlich in der Nacht von Sonntag auf Montag, wenn die Innenstadt menschenleer ist.

Bei den vorangegangenen Einbrüchen hatten die Täter noch - brutal aber simpel - die Scheiben des Ladens eingeschlagen. Nachdem das Sicherheitssystem seit damals deutlich aufgerüstet wurde, mussten die Täter diesmal technisch deutlich versierter vorgehen: Sie brachen zunächst einen Sicherungskasten auf, legten das Sicherheitssystem lahm und ließen das elektrische Sicherheitstor gerade hoch genug fahren, um das Schloss zum Laden auszubauen. Dann schalteten sie das ganze System ab.

Christine Gärtner geht deshalb davon aus, dass die Täter den Laden vorher intensiv ausgekundschaftet haben. »Allein, um herauszufinden, wo sich der Sicherungskasten fürs System befindet, müssen uns die Täter nach Ladenschluss beobachtet haben«, sagt sie. Bei ihr und ihrem Team - allesamt Kolleginnen - hinterlässt das ein mehr als mulmiges Gefühl.

Gärtner vermutet, dass die Täter ein längeres Beratungsgespräch genutzt haben, um sich ein genaues Bild vom Laden zu machen. Möglich, dass sie für einen Scheinverkauf sogenanntes Autobahngold benutzt haben - also nur oberflächlich vergoldeten, ansonsten eher wertlosen Schmuck. Zumindest sei ihr in den vergangenen Wochen ein Fall untergekommen, in dem ihr solche falschen Schmuckstücke untergejubelt werden sollten. Da sich Betrugsversuche mit solchen Schmuckstücken in Bad Kreuznach derzeit häufen, warnt sie auch Bürgerinnen und Bürger eindringlich vor Straßenverkäufern oder vermeintlichen Zufallsfunden, die von Passanten gegen Bargeld überlassen werden.

Weiteres Zeichen für das Werk von Profis: Die Einbrecher gingen diesmal nahezu lautlos vor. Der Vermieter des Ladengeschäftes, der in der ersten Etage des Hauses in der Mannheimer Straße wohnt, bekam vom Einbruch nichts mit. Außerdem war nach Gärtners Einschätzung professionelles Werkzeug im Einsatz.

Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen, die Spurensicherung nahm Gärtners Laden bereits gründlich unter die Lupe - allerdings lagen bei Redaktionsschluss noch keine konkreten Hinweise auf die Täter vor. Deshalb ist die Mithilfe der Bevölkerung gefragt: Wer hat am vergangenen Wochende, vermutlich in der Nacht von Montag auf Sonntag verdächtige Beobachtungen im Bereich der Fußgängerzone gemacht? Hinweise nehmen Christine Gärtner (Telefon 06 71 / 2 98 88 71) oder die Polizei entgegen, Telefon 06 71 / 8 81 10.

 


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