Andrea Fischer

Weniger Unfälle, aber neue Gefahren – Die Unfallbilanz 2024

Hermeskeil. Die Polizeiinspektion Hermeskeil verzeichnet für das Jahr 2024 einen deutlichen Rückgang der Verkehrsunfälle. Insgesamt wurden 808 Unfälle aufgenommen, was einen Rückgang gegenüber den 882 Unfällen des Vorjahres bedeutet.

Symbolbild

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Bild: Pixabay

Weniger Schwerverletzte, aber mehr Leichtverletzte

Erfreulicherweise sank die Zahl der Unfälle mit Schwerverletzten von 19 auf 12. Dagegen stieg die Zahl der Unfälle mit Leichtverletzten von 48 auf 60. Als schwerverletzt gilt eine Person, die stationär im Krankenhaus behandelt werden muss.

Ein tragischer Unfall forderte ein Menschenleben: Im September 2024 kam ein 16-jähriger Fahrer eines Leichtkraftrades bei Kell am See ums Leben, als er mit einem Transportfahrzeug kollidierte.

Unfallstatistik nach Straßenlage

Von den 808 registrierten Unfällen ereigneten sich 498 außerhalb geschlossener Ortschaften. Besonders betroffen war die B407 zwischen Mandern und Hermeskeil mit 101 Unfällen und sieben Verletzten. Weitere Schwerpunkte waren die B52/L151 zwischen Osburg und Hermeskeil (93 Unfälle, 19 Verletzte) sowie die L148 zwischen Reinsfeld und Bescheid (50 Unfälle, ein Verletzter). Ein Drittel der Unfälle (278) wurde im Stadtgebiet von Hermeskeil erfasst.

Hauptunfallursachen

Wie in den Vorjahren waren die häufigsten Unfallursachen:

  1. Nicht ausreichender Sicherheitsabstand (168 Unfälle)

  2. Fehler beim Abbiegen, Wenden oder Rückwärtsfahren (100 Unfälle)

  3. Überhöhte Geschwindigkeit (59 Unfälle)

Alkohol- und Drogenunfälle rückläufig

Trotz der Teillegalisierung von Cannabis sank die Zahl der Unfälle unter Alkohol- oder Drogeneinfluss. Waren es 2023 noch 19 Unfälle, wurden 2024 nur noch 12 solcher Fälle registriert.

Junge Fahrer und Senioren weiterhin risikobehaftet

Junge Fahrer (18 bis 24 Jahre) waren an 143 Unfällen beteiligt, was einem Anteil von 17,7 % entspricht. In 71,8 % dieser Fälle waren sie die Hauptverursacher.

Senioren (ab 65 Jahren) waren an 140 Unfällen beteiligt, ihr Anteil betrug 17,3 %. Die Unfallzahlen in dieser Gruppe sanken gegenüber 2023 um 22 Fälle. In 75 % der Unfälle waren die Senioren die Hauptverursacher.

Unfälle mit Kindern, Fahrradfahrern und motorisierten Zweirädern

Im Jahr 2024 wurden neun Unfälle mit Kinderbeteiligung registriert. Sieben Kinder wurden leicht, eines schwer verletzt. In fünf Fällen waren sie als Mitfahrer im PKW beteiligt, in zwei Fällen als Radfahrer und in einem als Fußgänger.

Unfälle mit Fahrradfahrern nahmen zu: Während 2023 sieben Unfälle gezählt wurden, waren es 2024 bereits zehn. Zwei Radfahrer wurden schwer, acht leicht verletzt. In acht der zehn Fälle waren die Radfahrer selbst die Unfallverursacher.

Auch die Zahl der Unfälle mit motorisierten Zweirädern stieg leicht auf zehn. Dabei kam eine Person ums Leben, vier wurden schwer und fünf leicht verletzt. Die meisten Unfälle wurden durch die Biker selbst verursacht.

Rückgang bei Fahrerfluchten und Wildunfällen

Die Polizei verzeichnete 115 Verkehrsunfallfluchten, eine leichte Reduzierung im Vergleich zu 2023. In 56 Fällen konnte der Verursacher ermittelt werden, was einer Aufklärungsquote von 48,7 % entspricht.

Wildunfälle gingen um 45 auf 342 Fälle zurück. Besonders betroffen waren die B407 (75 Unfälle), die L148 (42 Unfälle), die L147 (26 Unfälle) und die L151 (25 Unfälle). In vier Fällen wurden Fahrer verletzt, einer davon schwer.

Fazit

Die positive Entwicklung der Unfallzahlen zeigt, dass Verkehrssicherheitsmaßnahmen Wirkung zeigen. Dennoch bleibt es wichtig, das Unfallgeschehen weiter zu beobachten und gezielt Maßnahmen zur Prävention zu ergreifen.


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