Andrea Fischer

Fortsetzung unserer Serie: Aus dem Leben einer jungen Kulturbotschafterin

Thalfang/New York. Für Amelie Breit aus Thalfang begann vor fünf Monaten das Abenteuer ihres Lebens. Sie lebt derzeit in North Tonawanda, New York, und genießt jeden Moment ihres Austauschjahres. In ihrem Zwischenbericht schildert sie persönliche Erlebnisse, Herausforderungen und neue Freundschaften.
Unser Foto zeigt Amelie vor den Niagarafällen in New York mit Blick auf die kanadische Seite.

Unser Foto zeigt Amelie vor den Niagarafällen in New York mit Blick auf die kanadische Seite.

Bild: Privat

»Ich habe schon die Hälfte meines Austauschjahres hinter mir«, erzählt Amelie begeistert. Die anfängliche Unsicherheit ist längst verflogen. Nach ihrer Ankunft in den USA fühlte sich schnell alles wie zu Hause an – dank ihrer herzlichen Gastmutter und ihrer Mitschüler, die sie offen aufnahmen.

Schon in den ersten Wochen knüpfte Amelie neue Freundschaften und ließ sich auf das amerikanische Schulleben ein. Besonders stolz ist sie darauf, Teil des Schulmusicals zu sein: »Ich wollte unbedingt etwas Neues ausprobieren, und jetzt bin ich Teil des Ensembles – ich singe im Hintergrund und tanze ebenfalls mit.«

Ein typischer Schultag in den USA beginnt um 7:40 Uhr. Amelies erstes Fach ist »Greek Mythology«, in dem sie die spannenden Geschichten der Götterwelt analysiert. Danach folgen U.S. Geschichte und Fotografie.

Zwischen Griechischer Mythologie und Forensik - Ein spannender Stundenplan

»In Fotografie arbeiten wir am Jahrbuch und sammeln fleißig Bilder, die wir für das Layout einzelner Seiten nutzen«, erklärt sie. Besonders faszinierend findet Amelie jedoch ihren Unterricht in forensischer Wissenschaft: »Wir haben uns mit Beweissicherung, Haaranalysen, Fingerabdrücken und der Untersuchung von Blut in Kriminalfällen beschäftigt.«

Nach der Mittagspause geht es mit Computer Graphics weiter, wo Amelie das Erstellen von Logos und die Bildbearbeitung lernt. Die letzten Stunden ihres Tages verbringt sie in Mathe und Sport, was den deutschen Fächern sehr ähnlich ist.

Von Washington D.C. bis Los Angeles – Reisen, die in Erinnerung bleiben

Neben der Schule bleibt viel Zeit, um das Land zu erkunden. Einer der Höhepunkte ihrer bisherigen Zeit war ein Besuch in Washington D.C.: »Die Monumente, das Weiße Haus und die Geschichte dieser Stadt haben mich beeindruckt.« Doch das Reiseabenteuer ist noch lange nicht vorbei. Bald wird Amelie nach Chicago und Los Angeles reisen. »Ich freue mich schon riesig darauf und bin gespannt, was mich erwartet.«

Botschafterin der deutschen Kultur

Amelie nimmt als Junior-Botschafterin am Parlamentarischen Patenschafts-Programm (PPP) teil. Ihre Aufgabe ist es, die deutsche Kultur in den USA zu repräsentieren und gleichzeitig die amerikanische Lebensweise kennenzulernen. Ihr Engagement in Vereinen und ihre herausragenden schulischen Leistungen halfen ihr dabei, unter den zahlreichen Bewerbern ausgewählt zu werden.

Der Bundestagsabgeordnete Dr. Marlon Bröhr, der die finale Entscheidung traf, lobte Amelies Mut und Einsatz: »Ein Jahr fernab der Heimat zu verbringen, erfordert nicht nur Mut, sondern eröffnet auch einzigartige Chancen, an neuen Herausforderungen zu wachsen.«

Amelies Eltern sind stolz auf ihre Tochter, auch wenn sie anfangs nervös waren, sie für so lange Zeit in die Ferne zu schicken. »Aber sie unterstützen mich in allem, was ich tue«, erzählt Amelie dankbar.

»Es ist eine unglaubliche Erfahrung«, fasst Amelie zusammen. »Ich möchte andere Jugendliche dazu ermutigen, diese Chance ebenfalls zu nutzen. Man lernt so viel über andere Kulturen und entwickelt sich persönlich weiter.«

Noch fünf Monate bleiben ihr in den USA – und diese möchte Amelie in vollen Zügen genießen. Wir sind gespannt auf ihren nächsten Bericht!

 


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