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Ab Freitag, 17. September, können Anträge für Aufbauhilfen online eingereicht werden. Geschulte Mitarbeiter bieten Hilfe beim Ausfüllen an.
Landrat Markus Ramers (li.) und Wiederaufbaukoordinator Achim Blindert informieren zu den Wiederaufbauhilfen. Foto: Breuer
12,3 Millionen Euro stehen Privathaushalten, Unternehmern, Landwirten und Kommunen zur Verfügung. »Es ist mir wichtig, dass die Menschen mit dem Online-Formular nicht alleine gelassen werden«, so Markus Ramers, Landrat des Kreises Euskirchen.
Deshalb wurden vom Kreis kurzfristig Anlaufstellen eingerichtet. In den Kommunen sitzen besonders geschulte Mitarbeiter, es gibt eine Service-Hotline und auch mit einem Info-Mobil möchte man Hilfe leisten. Das Online-Förderportal ist ab dem 17. September freigeschaltet.
Den Link finden Betroffene auf den Seiten Landes-Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung. Die Hotline des Kreises ist unter Tel. 02251-158850 erreichbar. Die Stationen des Infomobils sind unter www.hochwasser.kreis-euskirchen.de/termin einsehbar, dort können auch Termine gebucht werden.
Informationen zu den Rahmenbedingungen
...für Privathaushalte
Die Förderung erfolgt als Billigkeitsleistung in Höhe von bis zu 80 Prozent der förderfähigen Kosten. Für denkmalpflegerischen Mehraufwand beträgt die Billigkeitsleistung bis zu 100 Prozent.
Für Schäden am eigenen Hausrat wird in der Regel eine Pauschale gewährt, die sich an den im Haushalt zum Schadensereignis gemeldeten Personen bemisst. Einem Ein-Personen-Haushalt stehen 13.000 Euro zu, Mehrpersonenhalte erhalten eine gestaffelt höhere Pauschale (13.000 Euro für die erste Person, für Ehegatten oder Lebenspartner 8.500 Euro, für jede weitere dort gemeldete Person 3.500 Euro).
Die Antragsstellung ist bis zum 30. Juni 2023 möglich.
Das Online-Förderportal wird mit dem 17. September 2021 für die Eingabe von Online-Anträgen freigeschaltet. Den Link zum Online-Förderportal finden Sie ab diesem Zeitpunkt auf den Seiten des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen.
...für Unternehmen
Unternehmen können bei Sachschäden Mittel für Reparaturkosten oder den wirtschaftlichen Wert geltend machen. Außerdem werden Einkommenseinbußen bis Januar 2022 kompensiert. Voraussetzung ist eine Begutachtung der entstandenen Schäden. Das Verfahren ist dreistufig:
Beauftragung eines anerkannten Gutachters zur Schadensermittlung, soweit noch nicht vorliegend
Unternehmen gehen zunächst auf die Kammern zu. Dort werden sie zur Antragstellung beraten und erhalten eine erste kursorische Prüfung der Anträge.
Im Anschluss reichen sie den Antrag online bei der NRW.BANK ein. Diese bewilligt die Mittel und zahlt sie aus.
Die Unternehmerinnen und Unternehmen können bereits vor Beantragung der Gelder mit den Aufbauarbeiten beginnen.
...für Landwirtschaft
Die Hochwasserhilfen umfassen Betriebsgebäude, landwirtschaftliche Maschinen und Geräte sowie Einrichtungen und Tierbestände.
Hilfen betragen bis zu 80 Prozent der förderfähigen Kosten, in Härtefällen bis zu 100 Prozent. Anträge zur Förderung können ab 17. September 2021 über den Direktor der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen als Landesbeauftragten gestellt werden.
Betroffene Betriebe haben die Möglichkeit, sich vorab bei den Kreisstellen der Landwirtschaftskammer registrieren zu lassen. Sobald die Antragsformulare vorliegen, werden diese im Internet zur Verfügung gestellt und zusätzlich an die registrierten Betriebe versandt.
...für Forstwirtschaft
Die Förderung beträgt in der Regel 80 Prozent der Kosten, in besonderen Härtefällen sind bis 100 Prozent möglich.
Eine Unterstützung über die Förderrichtlinie Wiederaufbau können Waldbesitzende erhalten, bei denen über 20 Prozent der forstwirtschaftlich genutzten Fläche betroffen sind. Sind weniger als 20 Prozent der Betriebsfläche betroffen, ist eine Förderung über die bestehende Extremwetterfolgen-Richtlinie möglich.
Anträge zur Förderung können ab 17. September 2021 beim Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen gestellt werden.
Welche Unterlagen benötige ich für den Online-Antrag?
Für den Online-Antrag benötigen Sie eine gültige E-Mail-Adresse. Dies kann Ihre eigene E-Mail-Adresse sein oder die E-Mail-Adresse einer Ihnen vertrauten Person, zu der sie zu Zwecken der Antragstellung Zugang erhalten.
Darüber hinaus benötigen Sie für den Online-Antrag folgende Unterlagen:
Personalausweis oder sonstiges Dokument zur Identifizierung
Ihre Steuer-Identifikationsnummer und die Ihrer Angehörigen
Kontoverbindungsdaten
Vollmacht, wenn Sie mit der Geltendmachung des Schadens beauftragt wurden
Angaben zum Grundstück aus dem Grundbuch – Gemarkung, Grundbuchblatt, Flur und Flurnummer, sofern Ihnen bekannt oder noch bei Ihnen vorhanden
Aufstellung Ihrer Schäden oder ein Gutachten über den Schaden oder die Schadensdokumentation Ihrer Versicherung (Hinweis: Gutachten oder Schadensdokumentation können auch nachgereicht werden)
Ablehnung Ihrer Versicherung, sofern vorhanden
Angaben zu erhaltenen Spenden
Bescheinigung über erhaltene Soforthilfe
Antrag oder Bescheinigung über andere öffentliche Förderungen – beispielsweise BEG-Förderung, die ergänzend beantragt oder bewilligt wurde
Planungsunterlagen für den Wiederaufbau oder einen Ersatzneubau, sofern bereits vorhanden
Bescheinigung der Unteren Denkmalbehörde, wenn denkmalpflegerischer Mehraufwand beantragt wird
Im Einzelfall erforderliche Genehmigungen (insbesondere Baugenehmigung)
Mietvertrag, wenn Sie als Mieterin oder Mieter einen Schaden an Ihrem Hausrat erlitten haben
Wenn Sie als Vertreterin oder Vertreter eines wohnungswirtschaftlichen Unternehmens oder als Vermieterin oder Vermieter einen Schaden geltend machen wollen, benötigen Sie darüber hinaus noch folgende Unterlagen:
Umsatzsteuer-Identifikationsnummer
Nachweis Ihrer Vertretungsberechtigung für das wohnungswirtschaftliche Unternehmen, dessen Schaden Sie geltend machen
Mietverträge für das geschädigte Gebäude
Aufstellung Ihrer Einkommenseinbußen bei vermieteten Gebäuden für einen Zeitraum von sechs Monaten
Diese Unterlagen sollten von Ihnen hochgeladen werden:
Nachweis für die Schäden, Schadensgutachten oder Dokumentation Ihrer Versicherung (Hinweis: Gutachten oder Schadensdokumentation können auch nachgereicht werden)
Nachweis der Einkommenseinbußen
Bescheinigung der Unteren Denkmalbehörde
Vollmacht oder Nachweis der Vertretungsberechtigung