Region Schleiden
Beim Besuch der Bundestagsabgeordneten Petra Müller berichtete Bürgermeister Herbert Radermacher über untragbare Zustände am Kaller Bahnhof. Barrierefreie Übergänge sowie ein erweiterter P&R-Platz sind die Nahziele.
17.02.2010
Südkreis.
Lückenschluss der A1, Ortsumgehung Roggendorf, Autobahnanschluss Satzvey, Umgestaltung des Bahnhofs in Kall - MdB Petra Müller, eine von drei nordrhein-westfälischen Abgeordneten im Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages, informierte sich vor Ort.
Die FDP-Politikerin aus Aachen - begleitet vom Kreistags- Fraktionsvorsitzenden Hans Reiff - ließ sich zunächst von Edgar Klein, Leiter des Landesbetriebs StraßenNRW, über die wichtigsten Projekte und den jeweiligen Planungsstand informieren. Für das Teilstück der A1 zwischen Blankenheim und Lommersdorf (Baukosten 46 Millionen Euro) steht 2010 die Planfeststellung an, für 2013 wird das Baurecht erwartet. Für den weiteren Bauabschnitt von Lommersdorf bis zur Landesgrenze ist der Staatsvertrag fertig, 142 Millionen Euro Kosten sind errechnet. Bei problemfreiem Verlauf könnte eine Fertigstellung eventuell 2020 erfolgen.
Wichtige Ziele aus Sicht von Klein sind aber auch der sechsspurige Ausbau der A61 sowie die Fortführung der 535 von Brühl als Ortsumgehung von Meschenich mit Anbindung an Autobahn A4 Köln-Aachen (Baubeginn 2015), was vor allem für Pendler aus dem Kreis Euskirchen wichtig wäre.
Für die Ortsumgehung Euskirchen von der »SoDa-Brücke« an Kessenich vorbei ist der Vorentwurf fertig, die Planfeststellung der Ortsumgehung Miel mit Anschluss an die A61 wird überarbeitet.
Ob sich in Satzvey, was die lokalen Politiker wünschen, ein Autobahnanschluss realisieren lässt, steht noch in den Sternen. Laut Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick dürfe dabei nicht nur die Frage des Fernverkehrs relevant sein.
Er erläuterte Petra Müller, dass es Vorstellungen gebe, den Bahnhof Satzvey auszubauen und einen größeren P&R-Platz anzulegen. Pendler aus der Eifel könnten dann ab Satzvey mit dem Zug zur Arbeit fahren. Eine Ortsumgehung Satzvey habe man sich allein aus Kostengründen inzwischen abgeschminkt. Die Kosten spielen auch eine große Rolle bei der Ortsumgehung Roggendorf. Die Ortslage wird täglich von 15.000 Fahrzeugen passiert. Der Vorentwurf (Kosten 12 Millionen Euro) ist fertig. Die Vorgabe, unter 10 Millionen zu bleiben, erscheint schwierig.
Schwierig erscheint es auch, die Wünsche der Kaller Bürger und Politiker zu realisieren. Kalls Bürgermeister Herbert Radermacher trug Petra Müller vor, dass die untragbaren Zustände am Bahnhof dringend geändert werden müssten. Barrierefreie Zugänge zu den Bahnsteigen sowie eine Erweiterung des P&R-Platzes sind die dringendsten Vorhaben. MdB Petra Müller verhehlte dabei nicht, dass solche Vorhaben mit der Bahn nicht gerade leicht zu realisieren seien.
Lokale FDP-Politiker (in Satzvey die FDP-Ratsherren Oliver Totter und Peter von Mayerhofen, in Kall Fraktionsvorsitzender Dr. Manfred Wolter und FDP-Kreisvorsitzender Markus Herbrand) informierten ihre Bundestagsabgeordnete über sämtliche Details verbunden mit der Hoffnung, dass Petra Müller in Berlin ein gewichtiges Wort zur Realisierung der notwendigen Projekte einlegen kann.
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